30 Juni 2021

Alter Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

Alter Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

Der Alte Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal

Der 2,5 km lange Kanal bildet zusammen mit dem Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal die Gartenfelder Insel (ehemalige Siemenswerke). Am westlichen Ende des Kanals gibt es einen Bootsliegeplatz, einen Campingplatz und ein Hotel.

Schiffsverkehr gibt es hier nicht mehr mit Ausnahme von Booten aus Ruderclubs und Privatpersonen. Fotos gemacht am Saatwinkler Damm, Gartenfeld, Haselhorst - Bezirk Spandau.

26 Juni 2021

Das Olympische Dorf von 1936 bei Elstal vor den Toren Berlins - kein vergessener Ort

Berlin: Olympisches Dorf von 1936 / Olympic Village of 1936

„Speisehaus der Nationen“ Innenhof. Hier wurden die Sportler aus aller Herren Länder gemäß ihrer landestypischen Essgewohnheiten verpflegt.

Das Olympische Dorf lag auf dem Gebiet der Gemeinde Dallgow und wurde im Zuge einer Gebietsreform 2002 der Gemeinde Elstal (Wustermark) zugeschlagen. Elstal liegt ca.10km westlich von Spandau noch im Tarifgebiet C.

Ich habe vor Jahren das Gelände anläßlich der Ausstellung "75 Jahre Olympisches Dorf - die zwei Seiten einer Medaille" besucht und konnte mich dort auf dem weitläufigen Gelände umsehen und fotografieren. Viele interessante Gebäude waren offen und zugänglich. Hier waren über 3000 Athleten untergebracht, die an den Olympischen Spielen von 1936 teilnahmen, am bekanntesten ist wohl der legendäre Jesse Owens, der vier Goldmedaillen gewann der erfolgreichste Athlet dieser Spiele war.

Renovierte Sportlerunterkünfte, hier die Unterkunft der britischen Athleten. Die Wohnhäuser für die Sportler waren nach deutschen Städten benannt und verfügten über Zentralheizung.

Das Gelände wurde nach dem 2. Weltkrieg von den sowjetischen Streitkräften genutzt. Auf einem Rundgang begegnet man überall Spuren der Vergangenheit.

Inzwischen ist das Olympische Dorf eine Großbaustelle geworden, viele neue Wohnhäuser und Straßen sind entstanden - fast nichts war rmehr so wie ich es in Erinnerung hatte. Man kann nur noch von einer Seite zum Jesse-Owens-Ring gelangen, dann versperren Schranken und Bauzäune den Zutritt. Die neugebauten Häuse rbereits zum Teil bewohnt.

Neubauten am Jesse-Owens-Ring, Foto von heute (26 Juni 2021)

Wohnungen werden in und um Berlin dringend benötigt, die Bautätigkeit ist enorm. Trotzdem hoffe ich, dass nicht alles Historische verschwindet und einiges der Nachwelt erhalten bleibt.

Wer mehr nachlesen möchte, hier ein Link zu Geschichtsspuren de: "Das Olympische Dorf von 1936 - Elstal" 

Zum kompletten Album / to the complete album just click on either of the photos.

19 Juni 2021

Biesdorf, Schlosspark und Umgebung

Schlossteich mit Fontäne - sowohl der Teich als auch die Fontäne werden derzeit instand gesetzt.
Biesdorf (Bezirk Marzahn-Hellersdorf)
besteht aus einem alten Teil (Alt-Biesdorf) mit dörflichem Charakter, aber seit der Wiedervereinigung wird in Biesdorf viel gebaut, z.B. viele Einfamilienhäuser. Es entstanden gute Einkaufszentren, und man wohnt sehr schön im Grünen und ist trotzdem in Berlin - obwohl sehr weit draußen.

Bei den derzeitigen Temperaturen sucht man sich gern schattige Plätze.
Im Schlosspark Biesdorf mit den vielen Bäumen und Wiesen ist es bei diesen Temperaturen gut auszuhalten. Die Bäume spenden Schatten und am Schlossteich möchte man am liebsten gleich die Füße kühlen. Die Bilder mit der Fontäne sind allerdings nicht so ganz aktuell, diese wird zur Zeit instand gesetzt und sprudelt erst im nächsten Jahr wieder.

Die Biesdorfer Parkbühne ist einen Besuch wert und bietet stets ein gutes Programm;  Konzerte sind jedoch nicht möglich - momentan muss man sich noch mit Filmabenden begnügen.






Mit Biesdorf verbundene Persönlichkeiten:
Inka Bause, Otto Nagel (Maler), Hardy Krüger (Schauspieler), Erich John (Designer der Weltzeituhr am Alex)


14 Juni 2021

Vergessene Orte: Der ehemalige VEB Kühlautomat in Johannisthal und alte Fabrikhallen auf dem Gelände

Alte Hallen der Flugzeugfabriken am Segelfliegerdamm.  1922-1945 Ambi Waggon- und Apparatebau.

Lost Places.
Das großflächige Fabrikgelände mit den alten Hallen deckt einen Bereich zwischen Segelfliegerdamm und Groß-Berliner Damm
ab und wurde über die Jahre von verschiedenen Fabriken genutzt. Wegen seiner Lage in der Nähe des Flughafens Johannisthal war er u.a. Standort von Flugzeugfabriken bzw. Zulieferern, die alle einen Bezug zur Fliegerei hatten.

Ich habe hier einige Infos aus dem Berlin-Brandenburgischen Geschichtsarchiv übernommen:
Von 1922-1945 Standort des Ambi-Budd Preßwerks / Ambi Waggon- und Apparatebau, wobei die Abkürzungen stehen für:
- AMBI (Arthur Müller Bauten- und Industriewerke),
- Budd (Edward G. Budd Manufactoring Co.).

Firmengründer war der jüdischen Luftfahrtpionier Arthur Müller. Der Versailler Vertrag verbot den Bau von Militärflugzeugen. Die ersten zivilen Flugdienste starteten noch von Johannisthal, ab 1924 von Tempelhof. Arthur Müller wandte sich neuen Geschäftsfeldern zu und gründete in den von der AEG erworbenen Flugzeughallen eine Waggon- und Apparatebau AG. Durch Arisierung in der NS-Zeit wurde Müller aus dem Geschäft gedrängt.

Schornstein einer ausgebrannten alten Halle der Flugzeugfabriken. Das Gelände ist umzäunt, Reste der alten Hallen sind hier und da noch zu erkennen.

- Vormals Standort der Rumpler-Werke (Rumpler-Luftfahrzeugbau GmbH).
Zu den Rumpler-Werken gibt es nicht allzu viele Informationen:

Die Berliner Rumpler-Werke gingen 1914 aus der Rumpler-Luftfahrzeugbau GmbH hervor und produzierten unter der Führung von Edmund Rumpler bis zum Ende des Ersten Weltkrieges verschiedene Flugzeugtypen für den Kampfeinsatz. (Info aus dem BB Archiv)

Wikiwand weiss dazu: "Die Rumpler-Werke fertigten bis zum Ende des Ersten Weltkrieges verschiedene Flugzeugtypen für militärische Zwecke. Dazu zählten sowohl Aufklärungsflugzeuge und Kampfflugzeuge als auch Jagdflugzeuge und Langstreckenbomber."
Hier wurden Flugzeuge wie z. B. die Rumpler-Etrich-Taube gebaut. Eine Rumpler-Taube gbt es noch im Deutschen Museum München zu sehen.
Die Gebäude der Rumpler-Werke sind heute nicht mehr existent und befanden sich in der Nähe der heutigen neu angelegten Gerhard-Sedlmayr-Straße / Ecke Groß-Berliner Damm.

Der lange Schornstein am Heizhaus aus den 1960er Jahren ist weithin sichtbar. Hier aufgenommen vom Sportpark Johannisthal.

Zu DDR-Zeiten befand sich auf dem Gelände der VEB Kühlautomat Berlin und Motorenwerk - ein am 5. April 1950 gegründeter Volkseigener Betrieb, der neben Kühlanlagen für Industrie und Fischfangschiffe auch Kühlschränke für den Privatgebrauch hergestellte.

Nach der Wende hiess der Betrieb  bis ca.1994  „Kühlautomat  Berlin  GmbH"  (KAB). 1994 kaufte Grasso, eine Tochter des GEA-Konzerns, das Unternehmen auf. 1996 verließen die letzten Mitarbeiter das Werksgelände, das etwa 18 Hektar umfasst. Der Besitz ging an die Nachfahren der früheren jüdischen Besitzer zurück. Dann waren die Gebäude dem Verfall ausgesetzt und wurden zum Eldorado für Sprayer und Vandalen. Mehrere Brände zerstörten Teile der Gebäude, erst kürzlich Ende Mai kam es zu einem Großbrand, dessen Rauchsäule weithin über der Stadt sichtbar waren.

Einige Bereiche und kleinere Hallen werden heute von Kleingewerbe genutzt; der größte Teil steht allerdings leer und rotten vor sich hin..

Offensichtlich gibt es aber seitens des Bezirks Köpenick neue Pläne zur Nutzung des Areals, es soll einen Entwurf für ein neues Stadtquartier geben - bin gespannt, ob dies zur Durchführung kommt.
Hier eine Pressemitteilung mit Einzelheiten dazu.

Verfallene Werkhalle

Ich habe dann doch noch einen Durchschlupf im Zaun zum Betriebsgelände gefunden und einige der halbverfallenen Hallen von innen fotografiert. Die Wege und Böden innerhalb der Gebäude sind allerdings mit äußerster Vorsicht zu betreten. Mauerreste, unendlich viele Glasscherben, Löcher im Boden und instabile Bodenbretter machen das Begehen abenteuerlich und nicht ganz ungefährlich. Stolpergefahr überall, also heisst es, nur bei Tageslicht betreten und die Augen stets offenhalten (auch weil das Betreten eigentlich verboten ist). Festes Schuhwerk ist zu empfehlen, aber es ist der Mühe wert, ehe hier alles abgerissen wird und wieder ein Stück Geschichte verloren geht.

01 Juni 2021

Friedhof mit Mauerblick (Ev. Sophienkirchhof), Berlin, Ackerstraße

Blick vom Friedhof zum Wachturm Bernauer Strasse / Ecke Ackerstrasse.
Ev. Sophienkirchhof (offiziell: Friedhof II der Sophiengemeinde Berlin)


Die Besonderheit dieses Friedhofs ist seine Lage nahe der Bernauer Straße im ehemaligen Grenzbereich.

Vom hinteren Teil des Friedhofs hat man eine gute Sicht - aus einem etwas anderen Blickwinkel von Ost nach West - über den früheren Todesstreifen zur Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Durch den Mauerbau 1961 wurde ein Teil des Friedhofs eingeebnet und für die Sicherung der Grenze genutzt. Bürgern der DDR war es nur zu Sonn- und Feiertagen und mit Sondergenehmigung gestattet, gesperrte Teilbereiche des Friedhofs zu betreten, bis auch das untersagt wurde. Noch heute sind auf diesem Friedhof Spuren der damaligen Zeit sichtbar.

Über die Ackerstraße hat man guten Zutritt zum Friedhof, der mehrere Prominentengräber aufweist, von denen ich einige gefunden habe.


Ehrengräber bekannter Persönlichkeiten:
  • Wilhelm Friedrich Ernst Bach (1759–1845), Komponist, letzter Enkel von Johann Sebastian Bach,
  • Carl Bechstein (1826–1900), Klavierbauer und Begründer der berühmten Pianoforte-Fabrik C. Bechstein
  • Walter Kollo (1878–1940), komponierte 30 Operetten wie Drei alte Schachteln, und Schlager
  • Albert Gustav Lortzing (1801–1851), Opernkomponist (Zar und Zimmermann, Der Wildschütz)
  •  Johanna Stegen verehelicht Hindersin (1793–1842), Das Heldenmädchen von Lüneburg, Medaillon von Albert Moritz Wolff
    uvm.