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25 Juni 2023

Vergessene Orte: Das ehemalige Dorf Osdorf, Gutshof und Umgebung


https://flic.kr/s/aHsjwa7MTb
Osdorfer Wäldchen, Gut Osdorf
Ehemaliger Grenzbereich / die Mauer um Lichterfelde.


Die Ortschaft Osdorf fiel seinerzeit den Grenzbefestigungen der ehemaligen DDR zum Opfer und wurde vollständig 'plattgemacht'. Auf dem Foto mit dem Gedenkstein ist dies beschrieben. Wer auf den Spuren der Vergangenheit wandeln möchte, für den gibt es trotzdem noch einiges zu entdecken (siehe Artikel, Link ganz unten). Die alte Scheune ist inzwischen das Landgut Osdorf geworden mit einem Hofladen, Weiden mit Ziegen und Pferden, Rindern, Hühnern, Schweinen - ein ruhiges Plätzchen am Rande von Berlin.  Füttern ist erlaubt (aber nur die Ziegen mit Gras und Klee). Die Umgebung ist besonders geeignet für Radfahrer, Skater und Wanderer auf dem Berliner Mauerweg mit dem ehemaligen Todesstreifen, auf dem inzwischen eine neue Vegetation entstanden ist. Das Gut selbst verkauft Öko-Gemüse, Öl, Gewürze usw., alles aus eigenem Anbau. Der Tierbestand wurde leider in letzter Zeit etwas reduziert.

In Heinersdorf stehen Original-Mauerteile aus der früheren Gemeinde Osdorf, und im Namen der Gastwirtschaft 'Osdorfer Schänke' ist der Ortsname noch erhalten geblieben.
'The Wall.nrt Großbeeren-Heinersdorf' hat auf ihrer Webseite freundlicherweise zwei meiner Foos verwendet (mit meiner Genehmigung), danke dafür.


24 Juni 2023

Vier nebeneinander liegende Friedhöfe an der Liesenstrasse


Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin ... oder kurz: Domfriedhof I, Liesenstrasse


Wikipedia: "Der 1830 angelegte Domfriedhof Liesenstraße gehört zu den historisch und kulturhistorisch bedeutendsten Begräbnisstätten von Berlin. Der Friedhof ist an drei Seiten von Mauern umgeben und von historischen Wandgrabstellen umsäumt. Die Friedhofskapelle wurde Mitte der neunziger Jahre saniert. Trotz schwerer durch den Verlauf der Berliner Mauer verursachter Schäden bildet der Friedhof mit seiner parkartigen Anlage auch im jetzigen Erhaltungszustand ein besonderes Ensemble."


Heute sind die meisten Gräber des Friedhofs zerstört und das gesamte Gelände macht einen stark verwahrlosten Eindruck. Bei fast allen noch vorhandenen Grabsteinen fehlen Porträtmedaillons oder andere Teile. Im Kontrast dazu steht die 1896 erbaute Kapelle des Friedhofs von E. Schwartzkopff, die erst 1992 vollständig renoviert wurde und heute auch von der Französisch-Reformierten Gemeinde benutzt wird. Durch die umfangreiche Bebauung der direkt nebenan liegenden ehemaligen Brache (Grenzanlagen der früheren DDR mit Patrouillenweg, Todesstreifen usw.) ist es nun auch mit der Ruhe vorbei. Seit meinem letzten Besuch hat sich dort (fast) alles stark verändert, statt urwüchsigem Gelände, das von Hundebesitzern, Radfahrern und Spaziergängern genutzt wurde, entstanden neue mehrgeschossige Wohnblöcke, die kurz vor der Fertigstellung stehen. Ob die neuen Bewohner eine Ahnung davon haben, dass sie dann auf einer ehemaligen Grenzanlage wohnen?? Einige Bilder im Flickr Album zeigen noch das Brachland, wie es 2010 aussah - neuere Fotos zeigen den Stand der jetzigen Bebauung.


Alter Domfriedhof St Hedwig an der Liesenstraße
(Friedhof mit Mauerteilen und ehem. Todesstreifen)


https://flic.kr/s/aHsjwQbzBd

An der Liesenstraße befinden sich mehrere Friedhöfe, deren Grenzen zum Teil schwer zu erkennen sind. Einer davon ist der Alte Domfriedhof St Hedwig, Liesenstr. 8. Die Fotos stammen von verschiedenen Besuchen, letztmalig im Juli 2019.
Der Alte Domfriedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde wurde 1834 angelegt. Zwischen 1961 und 1990 befand er sich im Sperrgebiet der Berliner Mauer. Viele Gräber wurden damals abgeräumt um freies Schussfeld zu schaffen.


Durch die Einebnung des Mauerstreifens 1961 sowie den Bau der zweiten Mauer 1967 gingen eine Reihe von architektonisch und historisch bedeutsamen Grabstätten verloren, an die heute ein Gedenkstein auf der freien Rasenfläche sowie ein stehengebliebener Mauerrest vor dem Friedhof erinnern. Die Marmorengel von Joseph Limburg (1874–1955) befinden sich in der Nähe des Eingangs.


Friedhof II der Franz.-Ref. Gemeinde, Liesenstrasse,
auch französischer Kirchhof genannt.

Viele Ehrengräber befinden sich auf diesem Friedhof, u.a. das Grab von Theodor Fontane und seiner Frau. An der alten Kapelle sieht man noch die Einschusslöcher aus dem 2. Weltkrieg. Auch dieser Friedhof lag im ehemaligen Grenzgebiet Chauseestrasse / Liesenstrasse und ist für uns erst seit der Wende wieder zugänglich.

Wie bei den anderen Friedhöfen an der Liesenstrasse gingen durch den Bau der Grenzanlagen und teilweise bereits vorher eine Reihe von architektonisch und historisch bedeutsamen Grabstätten verloren. Grabsteine wurde z.T. während der DDR-Zeit als Wegebefestigung verwendet. Ein Bild zeigt eine Reihe von Grabsteinen, die man sichergestellt und wieder auf dem Friedhof deponiert hat (dies sind aber nicht die ursprünglichen Grabstätten der Verstorbenen).



Ev. Dorotheenstädtische Friedhof II in Berlin-Gesundbrunnen

Dieser Friedhof ist der vierte Friedhof an der Liesenstrasse und liegt auf Westberliner Gebiet direkt gegenüber dem Alten Domfriedhof St Hedwig. Bisweilen wird der Friedhof durch die historischen Gräber der Zirkusdirektoren Paul Busch (1850–1927), Ernst Jacob Renz (1815–1892) und Albert Schumann (1858–1939) als "Friedhof der Zirkusdirektoren" bezeichnet

Weitere Prominentengräber: Artistin Minna Schulze, Kaufhausbesitzer und Firmengründer Rudolph Hertzog, Opernkomponist Otto Nicolai, Konditormeister Johann Georg Kranzler.


18 Juni 2023

Auf der Mauer, auf der Lauer

Album mit Fotos aus unseliger Zeit - Original-Mauerbilder

Original-Mauer, so wie sie zuletzt aussah. Das Foto habe ich im Sommer 1987 mit einer kleinen Pocket-Kamera in Kreuzberg, Nähe Mariannenplatz, aufgenommen. Wir sind mit Ila und Teddy aus Israel hier spazierengegangen, nicht weil es so schön war, sondern weil sie das hässliche Monstrum mal aus der Nähe sehen wollten.



Im Fotoalbum auf Flickr (bitte links auf das obere Bild klicken) sind noch einige weitere Bilder aus der Zeit 1973 - 1975 zu sehen, u.a. das Brandenburger Tor mit der Mauer davor, der Reichstag (ohne Kuppel) und das Sowjetische Ehrenmal im Tiergarten. Diese Bilder hat mein Onkel bei einem früheren Berlin-Besuch mit einer konventionellen Kamera gemacht.


Die Ansichtskarte links habe ich einem taubstummen französischen Maler abgekauft. Er war der erste, der die Mauer bemalt hat (natürlich nur auf der Westseite). Mit dem Verkauf seiner Karten hat er sich etwas Taschengeld dazuverdient.


Darüber hinaus befinden sich im Album weitere aktuelle Bilder des ehemaligen Mauerverlaufs, wo dieser noch gut zu erkennen ist.

Original-Mauerteile mit DDR Emblem am Checkpoint Charlie
Wenn man mit offenen Augen durch das frühere Grenzgebiet geht, kann man durchaus Relikte finden, an einigen Stellen gibt es auch Hinweisstelen mit interessanten Hintergrundinformationen. An einigen Orten sind sogar noch  größere Teile der Original-Mauer und Wachtürme vorhanden (z.B  Niederkirchner Straße. East Side Gallery, Mauerpark ua). Für Radfahrer ist der Berliner Mauerweg sehr zu empfehlen, der 160 Kilometer umfasst. Er ist ausgeschildert und entspricht dem Verlauf der früheren Grenzanlagen – an Dutzenden Punkten wird mit Fotos, Texten oder kompletten Ausstellungen über Bau und Fall der Mauer informiert.


13 September 2021

Rund um die Oberbaumbruecke - East Side Galerie und mehr


East Side Gallery,
Stralauer Allee,
Mühlenstrasse,
Park an der Spree

Die East Side Gallery ist ein nach Öffnung der Berliner Mauer im Frühjahr 1990 von 118 Künstlern aus 21 Ländern bemaltes Stück der Hinterlandmauer in der Mühlenstraße zwischen dem Berliner Ostbahnhof und der Oberbaumbrücke entlang der Spree. Flüchtlinge waren erst sicher, wenn sie das gegenüberliegende Kreuzberger Ufer erreicht hatten. Die East Side Gallery stellt mit einer Länge von 1316 Meter die längste dauerhafte Open-Air-Galerie der Welt dar.  Die East Side Gallery ist der größte und bekannteste erhaltene Rest der Grenzanlagen der Berliner Mauer. Die eigentliche Grenze bildete an dieser Stelle die Spree. Die Galerie befindet sich an der sogenannten Hinterlandmauer, die das Grenzgebiet nach Ost-Berlin hin abschloss. (sagt Wikipedia)

PS:
Die Gallery musste mehrmals renoviert werden, da viele Touristen es nicht lassen konnten, überall ihr dummes "ich war hier"-Gekritzel zu hinterlassen.


 
Wohn- und Geschäftshaus auf ehem. Todesstreifen / u.a. Sitz der OSF Digital Germany. Der Bau des Gebäudes war lange umstritten, aber schließlich durfte es doch gebaut werden, und die East Side Gallery wurde um ein kleines Stück unterbrochen.Links:   Ein Neubau auf dem ehemaligen Todesstreifen, Bürogebäude und Lusuxwohnungen.
Proteste aus allen Teilen der Bevölkerung konnten dies nicht verhindern, die Gallery wurde jedocch hier lediglich an einer Stelle durchbrochen, um den Durchgang zum Neubau zu gewährleisten. Inzwischen haben sich die Gemüter beruhigt, das
Wohn- und Geschäftshaus (linkes Foto) ist inzwischen fertiggestellt und u.a. Sitz der OSF Digital Germany. Man muss sagen, dass der Bereich in Richtung Ostbahnhof oberhalb des Gebäudes wesentlich sauberer und gepflegter aussieht als unten an der Mühlenstraße, wo sich die Touristen tummeln. Hier jedoch kann man ungestört an der Spree sitzen und ein Sonnenbad nehmen.


Der Platz vor der ehem. O2 (Mercedes Benz Platz) ist inzwischen ebenfalls umbaut worden von Hotels, Bürogebäuden, einer Shopping Mall und Restaurants. Es wirkt auf mich nicht sehr einladend, lediglich die Springbrunnen lockern das Ganze etwas auf. Oberhalb der Oberbaumbrücke an der Stralauer Allee bis zur vielbefahrenen Elsenbrücke haben sich auf den Filetgrundstücken entlang der Spree zahlreiche Firmen angesiedelt, unter anderem das ins Auge fallende rote Gebäude von Coca Cola und das Eierkühlhaus. Das auch Eierspeicher genannte Gebäude ist heute ein Bürogebäude am Berliner Osthafen an der Stralauer Allee. Das 1929 eröffnete Gebäude diente als Kühlhaus für verderbliche Waren und ist nach einem Umbau seit Juli 2002 Sitz der Deutschlandzentrale von Universal Music..
Das Spreeufer ist jedoch frei zugänglich, und man kann am Ufer entlangspazieren oder in den zahlreichen Cafés sitzen. Der Blick über die Spree zu den Molecule Men, den Treptowers, der Hoppetosse, dem Badeschiff, der Treptow-Arena und zahlreichen Clubs Richtung Kreuzberg ist genial.



03 Juli 2021

Altstadt Teltow und Umgebung


Stadtkirche St. Andreas, Wahrzeichen von Teltow
Die Teltower Altstadt, alte Linden, historisches Pflaster und die Andreas-Kirche. Die Altstadt steht unter Denkmalschutz. Nach der Wende blühte Teltow wieder auf und wird immer beliebter, liegt es doch verkehrsgünstig und gut erreichbar am Stadtrand von Berlin. Nach Zehlendorf ist es nur ein Katzensprung, es gibt sehr gute Einkaufsnöglichkeiten und das alljährliche Teltower Stadtfest mit internationalen Künstlern bei freiem Eintritt erfreut sich größer Beliebtheit.

Marktplatz in der Altstadt
Vor allem ist Teltow auch bekannt durch seine "Teltower Rübchen", einer besonderen Art der Speiserübe, die früher als Arme-Leute-Essen galten. Sie schmecken z.B. lecker mit Rumpsteak und Gratinkartoffeln. Man kann die Rübchen in Teltow auf dem Obst- und Gemüsehof frisch vom Erzeuger kaufen.

Teltow wirbt auf seiner Seite auch mit dem Slogan:  TELTOW - DIE RÜBCHENSTADT.


Und hier noch etwas aus Teltow an der ehemaligen Grenze:


https://flic.kr/s/aHsjwm28WT
Original-Mauerteile in Teltow, Stadtgrenze zu Zehlendorf - 06 Sep 2011
mehr Fotos im Album, klick auf das Bild.

Was einmal die "Teltow-Gallery" - ähnlich wie die East Side Gallery - werden sollte ...
Bei einem Spaziergang auf dem ehemaligen Patrouillenweg an der Grenze zwischen Teltow und Zehlendorf bin ich auf diese Original-Mauerteile gestoßen, die auf dem ehemaligen Todesstreifen lagern. Aus dem geplanten Projekt ist nichts geworden, und so rotten die Teile dort vor sich hin.

Nachtrag Juli 2021:  Die Mauerteile sind inzwischen größtenteils abgeräumt und das Gelände am Teltowkanal wird bebaut.


01 Juni 2021

Friedhof mit Mauerblick (Ev. Sophienkirchhof), Berlin, Ackerstraße

Blick vom Friedhof zum Wachturm Bernauer Strasse / Ecke Ackerstrasse.
Ev. Sophienkirchhof (offiziell: Friedhof II der Sophiengemeinde Berlin)


Die Besonderheit dieses Friedhofs ist seine Lage nahe der Bernauer Straße im ehemaligen Grenzbereich.

Vom hinteren Teil des Friedhofs hat man eine gute Sicht - aus einem etwas anderen Blickwinkel von Ost nach West - über den früheren Todesstreifen zur Gedenkstätte an der Bernauer Straße. Durch den Mauerbau 1961 wurde ein Teil des Friedhofs eingeebnet und für die Sicherung der Grenze genutzt. Bürgern der DDR war es nur zu Sonn- und Feiertagen und mit Sondergenehmigung gestattet, gesperrte Teilbereiche des Friedhofs zu betreten, bis auch das untersagt wurde. Noch heute sind auf diesem Friedhof Spuren der damaligen Zeit sichtbar.

Über die Ackerstraße hat man guten Zutritt zum Friedhof, der mehrere Prominentengräber aufweist, von denen ich einige gefunden habe.


Ehrengräber bekannter Persönlichkeiten:
  • Wilhelm Friedrich Ernst Bach (1759–1845), Komponist, letzter Enkel von Johann Sebastian Bach,
  • Carl Bechstein (1826–1900), Klavierbauer und Begründer der berühmten Pianoforte-Fabrik C. Bechstein
  • Walter Kollo (1878–1940), komponierte 30 Operetten wie Drei alte Schachteln, und Schlager
  • Albert Gustav Lortzing (1801–1851), Opernkomponist (Zar und Zimmermann, Der Wildschütz)
  •  Johanna Stegen verehelicht Hindersin (1793–1842), Das Heldenmädchen von Lüneburg, Medaillon von Albert Moritz Wolff
    uvm.

10 September 2020

An der Treptow-Arena, Flutgraben, Spree und Schlesischer Busch


Teptow Arena in der Eichenstraße
Rund um die Treptow-Arena

Der Flutgraben
Der Flutgraben zwischen Treptow und Kreuzberg. Parallel zum Flutgraben verliefen einst die Sperranlagen der DDR.Aus dem ehemaligen Grenzstreifen zwischen Treptow und Kreuzberg ist hier auf Länge des Flutgrabens eine Grünanlage entstanden. Der "Club der Visionäre"(roter Punkt im Bild) brannte im Sommer 2019 fast vollständig aus. Vor Corona tobte hier das Leben, Techno, Abtanzen, Partytouristen en masse. Jetzt geht alles einen Gang langsamer, und man kann sich in Ruhe umschauen und feststellen, dass es hier recht beschauliche Ecken gibt. 
Von der Oberen Freiarchenbrücke hat man einen guten Blick auf den Flutgraben mit seinen Partylocations und dem Restaurant "Freischwimmer" auf dem Steg links.
Molecule Man sculpture - marks the intersection of three Boroughs Kreuzberg, Alt-Treptow and Friedrichshain

In der Spree vor den Treptowers steht die 30 Meter hohe Skulptur Molecule Man von Jonathan Borofsky, deren drei Figuren das Zusammentreffen der drei Ortsteile Treptow, Kreuzberg und Friedrichshain hier an dieser Stelle symbolisiert.




Ehemaliger Wachturm im Schlesischen Busch in Berlin-Alt-Treptow


Links:  Der Wachturm “Führungsstelle Schlesischer Busch“ gegenüber an der Puschkinallee steht noch und wird heute mit wechselnden Ausstellungen bespielt.


Oberhafen-Kantine, Reste der Hinterlandmauer mit Graffiti

Bild rechts:
Einige Meter der Hinterlandsicherungsmauer sind erhalten geblieben, die nach dem Mauerfall bemalt wurden. 

24 August 2020

Auf den Spuren der ehemaligen "Friedhofsbahn"

Das Foto habe ich in Juni 2011 vom Campingplatz aus geschossen. Inzwischen wurde die Brücke abgerissen, siehe Info der Potsdamer Nachrichten.Spuren der ehemaligen "Friedhofsbahn"

Bitte auf die Bilder links klicken, um zum Fotoalbum zu gelangen.
Gleisreste in Höhe des Königswegs, Blick von der Brücke auf das Gleisbett
Die ehemalige S-Bahn von Wannsee nach Stahnsdorf wurde auch Friedhofsbahn genanmt, da sie die Verkehrsverbindung zu dem außerstädtischen Südwestkirchhof Stahnsdorf darstellte. Hier wurden viele Berliner bestattet, da die Kapazität der innerstädtischen Friedhöfe nicht ausreichte. Heute finden auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf  wieder Beisetzungen statt, vor allem haben sogenannte "Baumbestattungen" zugenommen.

Im Volksmund hat sich der Name "Dark"--Brücke eingebürgert.Über die Friedhofsbahn - auch Lindenbahn genannt - gibt es im Internet zahlreiche Berichte, es lohnt sich zu googeln, falls man an der Historie interessiert ist. Unter den Fotos im FlickR-Album habe ich nach entsprechenden Recherchen ebenfalls einige Kommentare und Erläuterungen gepostet.








Hier noch einige Informationen aus dem Web zur ehemaligen Wasser-GÜSt:  1981 - Eröffnung der Grenzübergangsstelle Teltowkanal
"Das deutsch-deutsche Transitabkommen führt auch zur Wiedereröffnung des Teltowkanals und zum Ausbau des Mittellandkanals. Am 20. November 1981 wird die GÜSt am Teltowkanal (Wasser-GÜSt- Dreilinden/Kleinmachnow) in Betrieb genommen. Monatlich werden an der
GÜSt rund 350 Schiffe (Stand 1987) durchsucht, bevor sie passieren dürfen. Einen Grenzdurchbruch soll ein Stahlseil mit Kettennetz verhindern, das vor dem Schiff hochgezogen werden kann.

Von der Wasser-GÜSt in Dreilinden sind der Kontrollturm und Teile des Abfertigungsgebäudes erhalten. Auf dem Gelände befindet sich heute ein Campingplatz mit Hotel. Die ehem. Grenzgebäude werden vom Campingplatz genutzt."



Anmerkung von mir:
Bei meinem ersten Besuch am 14 Juni 2011 wirkte der Campingplatz nicht sehr einladend und hatte sogenannten "Ost-Charme". Das äußere Erscheinungbild sowie Rezeption, Gaststätte und Biergarten sieht jetzt jedoch wesentlich besser aus und macht inzwischen einen guten Eindruck. Die Zahl der Campinggäste hat auch zugenommen, die Hotelpreise sind ebenfalls moderat.


Die Verkehrsanbindung hat sich hier ebenfalls verbessert, es gibt eine Buslinie in der Nähe, mit der man problemlos nach Kleinmachnow bzw. Berlin-Zehlendorf gelangt. 


13 August 2020

Zum 13. August: Mal etwas anderes - Steinstücken, Hubschrauberlandeplatz

Nach dem Mauerbau 1961 wurden 3 US-Soldaten in der ehemaligen Exklave Steinstücken stationiert. Hubschrauber stellten die Verbindung her. Mit dem Denkmal "Am Landeplatz" erinnern 2 Rotorblätter an die Präsenz der US-Schutzmacht und an die "kleine" Luftbrücke. Über sie wurden die Steinstückener in der Zeit ohne Verbindungsstraße versorgt. Durch Gebietsaustausch entstand später mit der Bernhard-Beyer-Straße ein Korridor nach Steinstücken, und die Buslinie 18 wurde bis hierhin verlängert.

04 August 2020

Dreilinden // Ehemaliges Grenzgebiet zwischen Zehlendorf und Kleinmachnow

Ehemaliges Grenzgebiet zwischen Zehlendorf und Kleinmachnow - jetzt Europarc Dreilinden
Ehemalige Raststätte Dreilinden1) Ehemalige Grenzübergangsstelle Dreilinden - Checkpoint Bravo
2) Der Europarc Dreilinden - vormals DDR-Kontrollstelle Drewitz
3) Der Buschgraben
4) Ehem. Grenzgebiet Kleinmachnow/Zehlendorf mit dem Kleinmachnower Mauerweg





Wo heute der Europarc ist, befand sich früher die Grenzübergangsstelle Drewitz/Dreilinden, die jeder Transitreisende in Richung West- oder Süddeutschland nur zu gut kennt. Ach wie oft durften wir dort Schlange
stehen, und die Damen und Herren 'Grenzorgane' der 'ehemaligen Sogenannten' fertigten uns je nach Laune mehr oder weniger zügig ab ... Jedes Mal fiel einem ein Stein vom Herzen, wenn man endlich durch war - und bis heute kommt die Erinnerung, wenn man dort vorbeifährt.

In diesem Bereich gibt es bereits mehrere Hotels, Firmen u.a. Porsche und DHL - der größte Arbeitgeber ist zur Zeit die e-Bay Zentrale -, den unvermeidlichen MacDoof, das Checkpoint-Bravo Museum (im ehemaligen Kontrollturm, dem einzigen, der dort stehengeblieben ist) - sowie einige Mauerteile zur Erinnerung an diesen einst so unerfreulichen Ort.
Der Europarc unterliegt ständiger Erweiterung, es werden weitere Neubauten erstellt und Büro- bzw. Verkaufsflächen vermietet. Die zahlreichen Info-Tafeln auf dem Gelände geben Auskunft für Interessenten.

Außerdem gibt es in dem Album Fotos vom Buschgraben und dem Kleinmachnower Mauerweg, Nebenweg vom Berliner Mauerweg. Durch den Mauerbau der 1961 wurde Kleinmachnow von West-Berlin getrennt und lag in relativer Abgeschiedenheit vom restlichen Staatsgebiet der DDR. Seit der Wiedervereinigung 1990 nimmt Kleinmachnow am Wachstum des Berliner Umlands teil. 




https://flic.kr/s/aHsjwdnkZd
Und hier noch ein Artikel aus dem TAGESSPIEGEL vom 26.03.2011: Kleinmachnow saniert Panzerdenkmal

Von der rosa Lackierung der Schneefräse ist kaum noch etwas zu erkennen. Das Kleinmachnower Panzerdenkmal – direkt hinter der Lärmschutzwand der Autobahn A 115 – ist mit Graffiti beschmiert. Der Berliner Künstler Eckhardt Haisch hatte die Schneefräse 1992 an der Autobahnabfahrt Babelsberg gefunden, abtransportiert, im Sinne des pazifistischen Mottos „Schwerter zu Pflugscharen“ rosa lackiert und auf den leeren Panzersockel gehoben. Seitdem erinnert die Fräse an die friedliche Revolution von 1989 – doch sie steht auf wackligen Füßen: Der Denkmalsockel bröckelt seit vielen Jahren, muss dringend saniert werden.

Jetzt haben die Kleinmachnower Gemeindevertreter mehrheitlich beschlossen, das Kunstwerk zu sanieren.

Es soll vom Bund in den Besitz der Kommune übergehen. 71 000 Euro sind für die Instandsetzung eingeplant, an den Kosten beteiligen sich Gemeinde, Land und der bisherige Eigentümer, die BVVG Bodenverwertungs- und Bodenverwaltungs GmbH. Am 13. August, zum 50. Jahrestag des Mauerbaus, sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Zu DDR-Zeiten hatte auf dem Sockel noch ein sowjetischer T 34-Panzer gestanden, die Kanone als Drohung auf West-Berlin gerichtet.

Der Kleinmachnower CDU-Politiker Bernd Krüger hingegen äußerte Kritik an der Sanierung. Der Panzer stehe für die Unterdrückung der DDR-Bürger, das Denkmal, auch wenn es mittlerweile gar kein Kriegsgerät mehr zeigt, würde den Opfern des DDR-Grenzregimes nicht gerecht. „Ich habe kein Verständnis dafür, einen Haufen Schrott im Wald zu sanieren“, sagte Krüger.
v. Ariane Lemme


01 August 2020

Kohlhasenbrück und Steinstücken (ehemalige Exklave)


https://flic.kr/s/aHsjxSP44g
Bilder von mehreren Besuchen in der ehem. Exklave Steinstücken (Wannsee/Bezirk Zehlendorf) sowie Kohlhasenbrück mit ihren interessanten Besonderheiten. Ein Klick auf das o.g. Foto führt zum Album auf Flickr.


Zu Steinstücken gibt es interessante Berichte, z.B. hier ein Artikel aus der Berliner Morgenpost:

Korridor nach Steinstücken




Steinstücken – ein Siedlungsflecken zwischen Potsdam-Babelsberg und Berlin – war zu Mauerzeiten ein beliebtes Ausflugsziel für West-Berliner. [weiter unter o.g. Link]

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Noch ein interessabter Link:  "Wir waren so frei"

Ein Fotoalbum mit Momentaufnahmen von 1989/90. Steinstücken bevor und nachdem die Mauer fiel, tolle Fotos, die die Situation anschaulich darstellen und wohl niemanden kalt lassen.
 

24 Juni 2020

Checkpoint Charlie - vor 30 Jahren geschlossen

Checkpoint Charlie
Checkpoint Charlie - am 22. Juni vor 30 Jahren wurde er geschlossen

Der Checkpoint Charlie war einer der bekanntesten Berliner Grenzübergänge durch die Berliner Mauer zwischen 1961 und 1990. Er verband in der Friedrichstraße zwischen Zimmerstraße und Kochstraße den sowjetischen mit dem US-amerikanischen Sektor. Ich kann mich noch gut an die Mauerzeit erinnern, heute ist der Ort jedoch von Touristen überlaufen, Souvenirläden en masse. Das Original-Kontrollhäuschen befindet sich heute im Alliierten-Museum Clayallee, das Kabuff, was am Checkpoint steht, ist nur eine 'billige' Nachbildung, vor dem sich Touristen mit Kleinschauspielern in Alliierten-Uniformen und mit ensprechenden Flaggen fotografieren lassen können

Checkpoint Charlie was the name given by the Western Allies to the best-known Berlin Wall crossing point between East Germany and West Germany during the Cold War. After the reunification of Germany, Checkpoint Charlie became a tourist attraction.



Gleich um die Ecke Zimmerstr. /Ecke Wilhelmstraße  gibt es noch mehr Rummel für Touristen:

Berlin HiFlyer, just around the corner from Checkpoint Charlie. 

It's a tourist attraction and always very busy (in the summer season). Next to the HiFlyer, there is another tourist attraction, the Trabbi Safari. Trabbis are the small cars with two-stroke-engine (from former East Germany) which can be hired for joyrides

12 Mai 2020

12. Mai 2020 - 71. Jahrestag Ende der Berliner Luftbrücke


12. Mai 2020 - 71. Jahrestag Ende der Berliner Luftbrücke

Links:  Luftbrückendenkmal, im Volksmund liebevoll "Hungerharke" genannt, Tempelhof, Platz der Luftbrücke.





Der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller:


"Gail Halvorsen ist 99 Jahre alt. Er war der erste Pilot, der während der Zeit der Berlin-Blockade vor der Landung auf dem Flughafen Tempelhof für die wartenden Kinder an kleinen Fallschirmen befestigte Süßigkeiten abwarf. Seit seinem Einsatz 1948/49 während der Luftbrücke ist der Rosinenbomber-Pilot Berlin eng verbunden. Zum 71. Jahrestag der Beendigung der Blockade heute schickt er einen ganz besonderen Gruß in seine, wie er sagt, "zweite Heimat"."
(Video ganz unten), hier der Text in Englisch:

Gruß von Rosinenbomber-Pilot Halvorsen an die Stadt Berlin


Der Brief im Originaltext:
To Governing Mayor Müller and my dear friends in Berlin,
Although our movements are restricted this year and the annual Luftbrücke commemoration will not take place at Tempelhof, our thoughts and the gratitude in our hearts know no boundaries.
At this anniversary of the Berlin Airlift on May 12, I wish to send my deep gratitude to the German people and to the Berliners especially. The overriding heroes and heroines of the Airlift had to be the Berliners— men, women and children. Without their knowledge of what freedom meant and their indomitable spirit and principled response, the Airlift would have surely failed. They were the ones that went home at night to bomb-damaged rooms without lights, heat, or enough to eat.

At the beginning of the blockade the Berliners consciously postponed the return to an easier life for something better later. They gave meaning to our efforts. We remember those who gave the ultimate sacrifice to feed a former enemy-they gave their lives that others might live. May we never forget these sacrifices and the great effort given by Berliners and Allied friends to keep Berlin free.

With deep gratitude,
Gail S. Halvorsen, Berlin Candy Bomber”



Gail Halvorsen ist auch unter dem Spitzname „Onkel Wackelflügel“ bekannt, den ihm die Berliner Kinder damals gaben. Er wackelte beim Anflug mit den Tragflächen, damit die Kinder ihn unter den im 90-Sekunden-Takt einfliegenden Maschinen erkennen konnten.

Gruß von Onkel Wackelflügel