24 Juni 2023

Vier nebeneinander liegende Friedhöfe an der Liesenstrasse


Friedhof der Oberpfarr- und Domkirche zu Berlin ... oder kurz: Domfriedhof I, Liesenstrasse


Wikipedia: "Der 1830 angelegte Domfriedhof Liesenstraße gehört zu den historisch und kulturhistorisch bedeutendsten Begräbnisstätten von Berlin. Der Friedhof ist an drei Seiten von Mauern umgeben und von historischen Wandgrabstellen umsäumt. Die Friedhofskapelle wurde Mitte der neunziger Jahre saniert. Trotz schwerer durch den Verlauf der Berliner Mauer verursachter Schäden bildet der Friedhof mit seiner parkartigen Anlage auch im jetzigen Erhaltungszustand ein besonderes Ensemble."


Heute sind die meisten Gräber des Friedhofs zerstört und das gesamte Gelände macht einen stark verwahrlosten Eindruck. Bei fast allen noch vorhandenen Grabsteinen fehlen Porträtmedaillons oder andere Teile. Im Kontrast dazu steht die 1896 erbaute Kapelle des Friedhofs von E. Schwartzkopff, die erst 1992 vollständig renoviert wurde und heute auch von der Französisch-Reformierten Gemeinde benutzt wird. Durch die umfangreiche Bebauung der direkt nebenan liegenden ehemaligen Brache (Grenzanlagen der früheren DDR mit Patrouillenweg, Todesstreifen usw.) ist es nun auch mit der Ruhe vorbei. Seit meinem letzten Besuch hat sich dort (fast) alles stark verändert, statt urwüchsigem Gelände, das von Hundebesitzern, Radfahrern und Spaziergängern genutzt wurde, entstanden neue mehrgeschossige Wohnblöcke, die kurz vor der Fertigstellung stehen. Ob die neuen Bewohner eine Ahnung davon haben, dass sie dann auf einer ehemaligen Grenzanlage wohnen?? Einige Bilder im Flickr Album zeigen noch das Brachland, wie es 2010 aussah - neuere Fotos zeigen den Stand der jetzigen Bebauung.


Alter Domfriedhof St Hedwig an der Liesenstraße
(Friedhof mit Mauerteilen und ehem. Todesstreifen)


https://flic.kr/s/aHsjwQbzBd

An der Liesenstraße befinden sich mehrere Friedhöfe, deren Grenzen zum Teil schwer zu erkennen sind. Einer davon ist der Alte Domfriedhof St Hedwig, Liesenstr. 8. Die Fotos stammen von verschiedenen Besuchen, letztmalig im Juli 2019.
Der Alte Domfriedhof der St.-Hedwigs-Gemeinde wurde 1834 angelegt. Zwischen 1961 und 1990 befand er sich im Sperrgebiet der Berliner Mauer. Viele Gräber wurden damals abgeräumt um freies Schussfeld zu schaffen.


Durch die Einebnung des Mauerstreifens 1961 sowie den Bau der zweiten Mauer 1967 gingen eine Reihe von architektonisch und historisch bedeutsamen Grabstätten verloren, an die heute ein Gedenkstein auf der freien Rasenfläche sowie ein stehengebliebener Mauerrest vor dem Friedhof erinnern. Die Marmorengel von Joseph Limburg (1874–1955) befinden sich in der Nähe des Eingangs.


Friedhof II der Franz.-Ref. Gemeinde, Liesenstrasse,
auch französischer Kirchhof genannt.

Viele Ehrengräber befinden sich auf diesem Friedhof, u.a. das Grab von Theodor Fontane und seiner Frau. An der alten Kapelle sieht man noch die Einschusslöcher aus dem 2. Weltkrieg. Auch dieser Friedhof lag im ehemaligen Grenzgebiet Chauseestrasse / Liesenstrasse und ist für uns erst seit der Wende wieder zugänglich.

Wie bei den anderen Friedhöfen an der Liesenstrasse gingen durch den Bau der Grenzanlagen und teilweise bereits vorher eine Reihe von architektonisch und historisch bedeutsamen Grabstätten verloren. Grabsteine wurde z.T. während der DDR-Zeit als Wegebefestigung verwendet. Ein Bild zeigt eine Reihe von Grabsteinen, die man sichergestellt und wieder auf dem Friedhof deponiert hat (dies sind aber nicht die ursprünglichen Grabstätten der Verstorbenen).



Ev. Dorotheenstädtische Friedhof II in Berlin-Gesundbrunnen

Dieser Friedhof ist der vierte Friedhof an der Liesenstrasse und liegt auf Westberliner Gebiet direkt gegenüber dem Alten Domfriedhof St Hedwig. Bisweilen wird der Friedhof durch die historischen Gräber der Zirkusdirektoren Paul Busch (1850–1927), Ernst Jacob Renz (1815–1892) und Albert Schumann (1858–1939) als "Friedhof der Zirkusdirektoren" bezeichnet

Weitere Prominentengräber: Artistin Minna Schulze, Kaufhausbesitzer und Firmengründer Rudolph Hertzog, Opernkomponist Otto Nicolai, Konditormeister Johann Georg Kranzler.