An der alten Stadtmauer Waisenstraße / Littenstraße - ehemaliges Klosterviertel
Kleiner Rundgang durch die mit Kopfsteinpflaster gepflasterte
Waisenstraße im ehemaligen Klosterviertel Alt-Berlins. Berlin
und Cölln wurden zwischen 1260 und 1280 ummauert. Dieses
Feldsteinmauerwerk ist zu einem geringen Teil zwischen der
Litten- und der Waisenstraße erhalten, da steilweise noch als Begrenzungsmauer von Wohnhäusern
dienr. Diese Reste der Stadtmauer stehen heute unter Denkmalschutz.
Die
Häuserreihen waren im Krieg zerstört und sind restauriert worden.
Bemerkenswert ist die Gaststätte "Zur letzten Instanz", eine der
ältesten Berliner Gaststätten, die nach den Folgen des 2. Weltkriegs
originalgetreu restauriert und 1963 wieder neu eröffnet wurde.
Die Franziskaner-Klosterkirche in der Klosterstraße im ehemaligen Klosterviertel ist die Ruine eines bis auf das Jahr 1250 zurückgehenden Gotteshauses.
Hier etwas über die historische Gaststätte 'Zur letzten Instanz' in der Waisenstrasse:
"Etwa 250 Berliner Gerichte von Bulette über Kohlroulade bis Königsberger Klopse verlassen pro Tag die Küche der seit 1621 aktenkundigen Restauration. Damit ist das Restaurant Zur letzten Instanz Berlins ältestes Lokal. Berühmte Gäste waren unter anderem Napoleon, Bismarck und Maxim Gorki. "Bestseller ist nach wie vor Eisbein mit Sauerkraut, Erbspüree und Kartoffeln". In der letzten Instanz heißt dieses Gericht "Zeugenaussage". Die Rinderroulade mit Gewürzrotkohl und Kartoffelklößen steht als "Urteilsbegründung" in der Karte. Auch Blutwurst und Holsteiner Schnitzel serviert man, beides sehr modern interpretiert: die Blutwurst als Praline mit Stampfkartoffeln und Kraut. Das hervorragende Kalbsschnitzel unter einem gebratenem Wachtelei, mit breiten grünen Bohnen, kleinen Kirschtomaten sowie Ölsardinen auf den Weißbrotecken.
1621 wurde das Wirtshaus erstmalig erwähnt als Branntweinstube, in der das einfache Volk bei Bier und Korn zusammenkam. Ab etwa 1715 hieß die Gaststätte Zum Bierstübchen am Glockenspiel. Diesen Namen erhielt sie in Anlehnung an das in diesem Jahr in der benachbarten Parochialkirche installierten Glockenspiels.
Vor 1924 hieß die Alt-Berliner Kneipe Maria Beil. Die Namensänderung im Jahr 1924 wird auf den damaligen Bau eines Gerichtsgebäudes in der Neuen Friedrichstraße, der heutigen Littenstraße, zurückgeführt. Einer Legende zufolge sollen an diesem Gericht zwei Bauern einen langwierigen und erfolglosen Rechtsstreit geführt haben. In der Gaststätte bei einem Glas Bier konnten sie aber - sozusagen „in letzter Instanz“ - Frieden schließen.
Im Jahr 2003 war das Restaurant einer der Drehorte des Kinofilms liegen lernen von Hendrik Handloegten."
Die Parochialkirche befindet sich an der Klosterstraße / Ecke
Parochialstraße.
Der Bau entstand in den Jahren ab 1695 als ältester
Kirchenneubau der reformierten Gemeinde Berlins.
Während
des Zweiten Weltkrieges wurde das Gebäude stark beschädigt. Bis 1961
fanden nach einer notdürftigen Sanierung noch Gottesdienste statt,
danach diente die Kirche verschiedensten Zwecken, unter anderem auch
als Lagerraum. 1988 wurde das Gebäude als Kirche wiederentdeckt, die Renovierungsarbeiten begannen
nach der Wende im Jahr 1993. Die äußere Renovierung ist
bis auf den Turm und das dazugehörige Glockenspiel weitgehend
abgeschlossen. Inzwischen finden in der Kirche Konzerte und Ausstellungen
statt.
Die Kirche ist seit 1705 vom
Parochialkirchhof, einem der ältesten erhaltenen Friedhöfe Berlins,
umgeben.