Von Ende 1982 bis Anfang April 1985 habe ich in Israel gelebt und gearbeitet. Das bedeutete unvergessliche Erlebnisse, Eindrücke über Land und Leute, interessante Jobs und Nebenjobs, gute Freunde - teilweise fürs Leben, von denen einige "fast" Familie wurden und vieles mehr. Der Stoff würde sicher für ein ganzes Buch ausreichen. Einiges davon habe ich dokumentiert und mit wenigen Fotos in einem FlickR-Album festgehalten. Zwischendurch bekam ich auch Besuch aus der Heimat, meine Schwestern Karin und Jutta und dann nochmal Jutta mit Stefan.
Anfang April 1985 hieß es dann schließlich "Bye bye Tel Aviv - hello Berlin". Die letzten Tage verbrachte ich bei meiner "Adoptivmutter" Ruth in ihrem schönen Haus in Tel Baruch, und dann ging es mit einem lachenden und einem weinenden Auge zum Flughafen in ein anderes Leben, zunächst zu Jutta nach Berlin.
Die Verbindung zu diesem einmaligen Land, meinen Freunden und angeheirateter Familie ist natürlich niemals ganz abgerissen, und ich sollte noch oft wiederkommen bzw. erhielt Besuch in Berlin, darunter auch von meinem ehemaligen Chef M. Rosenthal.
Ausflug zum Banias
Erinnerung an meine Israel-Zeit: Im Sommer 1984 haben wir mit unserer Ulpan-Klasse einen Ausflug zum Banias gemacht. Banias ist einer der Quellflüsse des Jordan, sehr schöne Landschaft und durch das Wasser angenehm kühl.
Eine Einladung der besonderen Art ...
beim Ex-Kanzler Kohl in den Tel Aviv Fairgrounds - 26 Januar 1984
Dank meiner Freundin Margit, die damals bei der Deutschen Botschaft Tel Aviv arbeitete, habe ich diese Einladung bekommen, u.a. auch weil der Verband in Tel Aviv, für den ich tätig war, sich mit den Belangen der Verfolgten des Dritten Reichs befasste und dies ein besonderes Anliegen des damaligen Bundeskanzlers Kohl war. Ausgerechnet unseren Chef und Vorsitzenden M. Rosenthal hatten sie vergessen einzuladen, das liess sich aber noch kurzfristig regeln, ebenso für seinen Stellvertreter M. Drori, der unbedingt dabeisein wollte. Herr Rosenthal und ich haben nachmittags im Büro noch schnell ein Schreiben für H. Kohl entworfen, das er ihm beim Empfang persönlich übergab (Inhalt: ein Situationsberich, wie mit den Entschädigungsverfahren der ehemaligen Verfolgten aus dem Dritten Reich bei deutschen Behörden umgegangen wird und was man evtl. verbessern könnte, um die Verfahren zu beschleunigen).

Der Einlass war verständlicherweise streng gehalten, jede Menge Security, Taschen- und Ausweiskontrollen. Kohl erschien zum Empfang mit erheblicher Verspätung; die Leute glaubten gar nicht mehr, dass er überhaupt noch käme, aber schließlich erschien er doch noch mitsamt Bodyguards und in Begleitung seiner damaligen Frau Hannelore.
Es gab reichlich zu essen und zu trinken, das deutsche Fernsehen war ebenfalls vertreten und erstellte eine Reportage für die Sendung 'Bericht aus Bonn'. Einer der Bodyguards hat mir dann noch eine Fotomappe über Kohl überreicht (ist leider während meiner Israel-Zeit verlorengegangen), und ein Autogramm bekam ich ebenfalls, obwohl ich gar nicht dafür angestanden hatte ... letzteres hat meine diversen Umzüge gut überstanden, und es befindet sich heute noch in meinem Besitz.
Mein letzter Tag in Israel, Ende April 1985 in Tel Baruch, vor Ruths Haus. Kurz nach diesem Erinnerungsfoto sind wir zum Flughafen gefahren - es ging zurück nach Deutschland nach knapp 3 Jahren - Richtung Berlin !
