31 Mai 2025

Abschied von Margot Friedländer - RIP


Margot Friedländer war am vergangenen Freitag im Alter von 103 Jahren gestorben. Als Jüdin war sie in der NS-Zeit ins Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie in die USA, kam aber im hohen Alter zurück in ihre Heimat Berlin. Seither setzte sie sich bei zahlreichen Veranstaltungen etwa an Schulen für Menschlichkeit und Demokratie, gegen das Vergessen der NS-Verbrechen und gegen Hass ein.

Mit ihrem Mann Adolf Friedländer, den sie aus Berlin kannte und noch im Konzentrationslager heiratete, ging sie nach New York. Erst im Alter von 88 Jahren kehrte sie zurück in ihre Heimatstadt.

Margot Friedländer wirkte am Ende sehr zart, zerbrechlich. Doch die kleine Frau stand kerzengerade fast bis zuletzt. Noch mit über 100 Jahren sprach die Holocaust-Überlebende in Schulklassen, mahnte auf Gedenkveranstaltungen - freundlich, geduldig, zäh. Sie erzählte von ihrer Familie, die von den Nationalsozialisten ermordet wurde, von ihrem eigenen Schicksal im Konzentrationslager Theresienstadt. Am wichtigsten aber war ihr eine Botschaft: „Seid Menschen. Das ist es, was ich euch bitte zu tun. Seid Menschen.“

Im Roten Rathaus lag ein Kondolenzbuch in einem feierlichen Rahmen aus, wo man sich eintragen konnte. Die Schlange war lang, man musste eine Weile anstehen, jedoch war es vielen - und auch mir - ein Bedürfnis, teilzunehmen, zumal bei dem Begräbnis nur eingeladene Gäste zugelassen waren.