I went to see Joan Armatrading play in Berlin last Sunday. Firstly, I won the tickets, and secondly I was curious what kind of music she's playing knowing only one or two of her hits. Also, Albert was playing in her backing band back in 1977 replacing his old mate Pat Donaldson for a handful of UK gigs, and after this joining for her entire US tour. I could hardly imagine Albert play in that band as Joan does all the major guitar work on various gutars (including slide) by herself which shouldn't have left too much room for Albert. But she was full of praise for him and his guitar work as can be read in Albert's biography although her music is quite different from what he usually plays.
Newspaper reviews below - all in German.
Worth a mention: The support act Steve Baker and Dave Goodman, blues musicians, Steve on harmonica and Dave on guitar, enjoyed them very much, shame their set was so short.
Joan Armatrading und Band spielten im Kesselhaus der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg im Rahmen ihrer Starlight Tour. Fotos waren strengstens verboten, sogar unter Androhung von Hausverbot (!), an jeder Ecke klebten entsprechende Zettel, die nicht zu übersehen waren. Dies sorgte nicht gerade für eine lockere, entspannte Atmosphäre.
Da Albert Lee 1977 Mitglied von Joans Backingband (eingesprungen für Pat Donaldson auf einigen UK gigs) und danach auf der kompletten US-Tour mit dabei war, war ich neugierig auf ihre Musik, denn außer ihren gängigen Hits war mit von ihr nichts geläufig. Das Konzert hat mir von der musikalischen Seite her gut gefallen, ihre Begleitmusiker waren allesamt Spitzenklasse. Leider erfolgt enur eine kurze Vorstellung gegen Ende des Konzerts, so dass man die Namen nicht mitbekam. Es gab zwei Zugaben, nach DROP THE PILOT, das wohl jedem bekannt ist, kam als letzter Song ein Titel aus ihrem 2012 erschienenen Album 'Starlight'. Eine Setliste ist im Fotoalbum enthalten, links auf das Poster klicken, dann gelangt man zum Flickr-Album. Leider verließ Joan sofort nach den Zugaben die Bühne und kam auch nicht zum Signieren heraus.

Vorprogramm:
Steve Baker - Mundharmonika
Dave Goodman - Gitarre
Steve Baker und Dave Goodman haben mir besonders gut gefallen. Endlich mal ein Vorprogramm, bei dem man nicht sehnsüchtig auf das Ende des Sets wartet - die beiden hätten ruhig noch etwas länger spielen können. Zwischendurch gab es humorige Ansagen von beiden Herren - teils englisch, teils deutsch - die das Ganze etwas auflockerten. Man sollte sich nach Auftrittsdaten ruhig mal umschauen, es lohnt sich auf jeden Fall, die beiden live zu sehen.
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Konzertbericht WESER KURIER ONLINE:
(diese Kritik trifft m.E. auch auf Berlin zu, bis auf die Anmerkungen zur Vorgruppe, die dort eine andere war)
Merkwürdige Entscheidungen ihres Managements begleiten Joan Armatradings Auftritt in der Music Hall Worpswede
03.12.2012
03.12.2012
Perfekt gespielt, schlecht beraten
Zwei große Stärken zeichnen das Werk von Joan Armatrading aus: Ihre ausdrucksstarke Stimme und ihr unkonventionelles Gitarrenspiel. Insofern ist es doch mehr als fragwürdig, warum sich die 62-Jährige selbst an diesen Stellen ohne Not beschneidet. Sie singt statt mit Hilfe eines Mikrofons mit einem Headset, das nicht nur aussieht, als wolle sie einen Vortrag halten, sondern das auch klanglich genau dafür gedacht ist. Es überträgt schlichtweg nicht die vollen Möglichkeiten einer Gesangsstimme. Wozu dieses Gerät notwendig ist, bleibt schleierhaft, denn eine begnadete Tänzerin mit großen Bewegungsradius ist Armatrading ganz sicher nicht. Sie steht in Sandalen und ihrem Outfit, das aussieht wie ein Schlafanzug, eher ein wenig verloren an der Rampe. Wenn sie dann davon "Best dress on" singt, könnte der Kontrast kaum größer sein.Aber Fans kommen nicht zu ihrem Auftritten, weil es ihnen um die Optik ginge. Die musikalische Vielfalt und Feinheiten, die Armatrading inzwischen auf 18 Alben in ihrer 42 Jahre umspannenden Karriere auszeichnet, ist Argument genug. Die 62-Jährige hat sich bis heute nicht auf ein Genre festgelegt, sie hält sich alle Optionen offen. Haben ihre letzten beiden Alben ihre Vorliebe für Blues beziehungsweise Rock betont, versteht sie ihr aktuelles Werk "Starlight" selbst als die jazzige Ergänzung zu den Vorgängern. Zwischen diesen drei Einflüssen pendelt ihre Musik, die zudem deutliche Singer/Songwriter-Bezüge herstellt.
Carolin No hätten Respekt verdient
Die werden dann am offensichtlichsten, wenn sie zur akustischen Gitarre greift, die sie mit sehr eigenwilliger Spieltechnik bearbeitet. Das allerdings tut sie relativ selten, häufig lässt sie auch die E-Gitarre links liegen und singt nur zur Begleitung ihrer dreiköpfigen Band. Die spielt extrem professionell und exakt, vermittelt aber nicht den Eindruck großer Leidenschaft. Immerhin nimmt Joan Armatrading, die auf ihren CDs sämtliche Instrumente selber spielt und für Tourneen dann ihren Bedürfnissen entsprechend Musiker verpflichtet, hier und da Blickkontakt auf und lächelt gar zuweilen. Ein Kommunikationsgenie ist sie aber ganz sicherlich nicht, auch wenn sie dem Publikum zugewandter agiert als bei ihrem ersten Auftritt in Worpswede zwei Jahr zuvor.
Ihr Konzert wirkt bei aller Brillanz der Titel und der musikalischen Fähigkeiten der Protagonisten abgezirkelt. Hier und da fügt sie ihren Lieder eine Reprise zu, damit das Publikum den Refrain nochmals mitsingen kann, und auch die Zugabe, bestehend aus ihrem größten Hit "Drop the pilot" und dem Abschlusssong ihrer neuen CD "Summer kisses", fügt sie nahtlos an das reguläre Programm an – danach ist Schluss, da kann das Publikum so viel jubeln wie es will. Spontanität ist Joan Armatradings Sache nicht. Sie hat die Ausstrahlung eines hochbegabten Kontrollfreaks. Vielleicht hat sie sich ihren Song "Show some emotion" vor allem als Ermahnung an sich selbst geschrieben?
Dennoch bleibt die Engländerin mit karibischen Wurzeln musikalisch keine Wünsche schuldig, ihr Programm enthält all jene Songs, die die Fans hören möchten, in Kombination mit neuen Werken, die den alten in nichts nachstehen. An der Form der Präsentation wird sich vermutlich nicht mehr viel ändern lassen, dafür weiß Arma-trading selber zu genau, was sie will. Dabei liegt sie zumindest was ihre Konzerte angeht leider nicht immer richtig.
Das größte Ärgernis des Abends ist aber nicht ihre Musik, sondern die Art und Weise wie ihr Management agiert. Das deutsche Duo Carolin No begleitet Armatrading auf dieser Tour und hat mit ihrer herausragenden CD "Loveland" neugierig auf seine Musik gemacht. Gerne hätte der Autor dieser Zeilen darüber geschrieben, wie Sängerin Caro und ihr Ehemann Andreas Obieglo ihre Lieder live umsetzen. Wer allerdings wie er pünktlich zum angekündigten Konzertbeginn um 21 Uhr in der Music Hall erschien, der bekam gerade noch die letzten Töne von Carolin No mit. Entgegen allen Empfehlungen der Music Hall-Verantwortlichen hatten Armatradings – oder ihre Beauftragten? – entschieden, die Band bereits eine halbe Stunde früher spielen zu lassen. Warum auch immer man Vorbands mit auf eine Tour nimmt – sei es, weil man sich erhofft, dass deswegen noch einige Besucher mehr kommen, oder man einfach jungen Talenten ein Forum bieten will –, so wird der Gedanke eines "Supports" ad absurdum geführt.
Sicherlich ist manche Vorgruppe eher eine Qual als eine Freude, aber ein solcher Fall liegt hier sicherlich nicht vor. So weit es sich sagen lässt, entging einem Teil des Publikums genau das, weswegen sie in die ausverkaufte Music Hall gekommen waren: ein feiner Musikgenuss. Junge Bands, zumal so spannende wie Carolin No, zu Einlassmusikspielern zu degradieren ist schlichtweg respektlos und auch unprofessionell. Ebenso wie akkreditierten Pressefotografen die Arbeit zu verbieten – wie ebenfalls in Worpswede geschehen.
